Schlagwort-Archiv: Zukunft der Anwaltschaft

Wo die Reise hingeht – Zur Zukunft der Anwaltschaft

Ich hatte hier ja schon mehrfach auf Richard Susskind hingewiesen, der sich mit der Zukunft der Anwaltschaft befasst. Wer bisher zu faul zum Lesen war, sollte sich diesen aktuellen „talk“ – im Sinne einer launigen Vorlesung – der Harvard Law School gönnen.  Zusammen mit seinem Sohn hat Susskind den Focus mittlerweile etwas erweitert auf „The future of the professions“. Großes Kino, viel Input und alles für umme!

Weshalb Sie nicht nicht darauf warten sollten, dass das Fremdbesitzverbot für Anwaltskanzleien fällt

In Deutschland besteht ein Fremdbesitzverbot an Anwaltskanzleien. Vereinfacht ausgedrückt, können nur Rechtsanwälte Rechtsanwaltskanzleien besitzen. Und zwar nur solche Rechtsanwälte, die auch in der Kanzlei tätig sind, die sie besitzen. Den Anwälten ist es also nicht möglich, fremde Kapitalgeber am Betrieb ihrer Kanzlei zu beteiligen. Hintergrund ist die Wahrung der anwaltlichen Unabhängigkeit. Weitere Grundlagen und Hintergründe zu diesem Fremdbesitzverbot kann man hier und hier nachlesen.

Die Zukunft der Anwaltschaft – jetzt auch bei der Rechtsanwaltskammer Celle angekommen!

Es war ungefähr 2010/2011 als ich mit dem Buch „the end of lawyers“ von Richard Susskind in Kontakt gekommen bin. Damals war ich noch in verantwortlicher Position für ein Anwaltsnetzwerk mit über 3000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten tätig. Deren Zukunft betraf mich also – neben meiner eigenen – schon als Teil meiner Aufgabenbeschreibung.

Seither lässt mich das Thema nicht mehr los und ich habe hierzu schon mehrere Vorträge gehalten. Seither wurde aber auch viel schlaues darüber geschrieben und diskutiert. Und selbst der nicht gerade als innovativ verschriene Deutsche Anwaltverein hat immerhin eine Studie „Die Zukunft der Anwaltschaft“ in Auftrag gegeben, die im Jahr 2013 veröffentlicht wurde.

Anwaltsempfehlung auch künftig durch die Rechtsschutzversicherung

Anmerkungen zur heutigen Entscheidung des Bundesgerichtshofs IV ZR 215/12 – Urteil vom 4. Dezember 2013

Wenn man die Verlautbarungen des Deutschen Anwaltvereins liest, könnte man meinen, es gäbe in Deutschland nur zwei Kategorien von Rechtsanwälten: diejenigen, die mit Rechtsschutzversicherungsgesellschaften in einem Boot sitzen und diejenigen, die das nicht tun. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass rechtsschutzversicherte Menschen kein Recht auf freie Anwaltswahl hätten, sondern von ihrem Versicherer ausschließlich zu Rechtsanwälten der ersten Kategorie getrieben würden. Man könnte meinen, Anwaltsempfehlungen durch Rechtsschutzversicherer seien rechtswidrig.

All diese Annahmen sind falsch. Lesen Sie deshalb nachfolgend die

The law is broken! Radikale Veränderungen im Anwaltsmarkt

Der Anwaltsmarkt hat sich in den letzten Jahren radikal geändert und wird sich auch weiter noch radikal verändern. Das sage ich schon seit einigen Jahren – auch in diversen Vorträgen von mir. Aber so schön wie die amerikanische Initiative re-think-law hat es bisher wohl noch niemand visualisiert.

Stehphanie Hartung @stephartung hat mich über twitter auf dieses Video aufmerksam gemacht. Vielen Dank dafür!