Schlagwort-Archiv: Kanzleimanagement

Weshalb Sie nicht nicht darauf warten sollten, dass das Fremdbesitzverbot für Anwaltskanzleien fällt

In Deutschland besteht ein Fremdbesitzverbot an Anwaltskanzleien. Vereinfacht ausgedrückt, können nur Rechtsanwälte Rechtsanwaltskanzleien besitzen. Und zwar nur solche Rechtsanwälte, die auch in der Kanzlei tätig sind, die sie besitzen. Den Anwälten ist es also nicht möglich, fremde Kapitalgeber am Betrieb ihrer Kanzlei zu beteiligen. Hintergrund ist die Wahrung der anwaltlichen Unabhängigkeit. Weitere Grundlagen und Hintergründe zu diesem Fremdbesitzverbot kann man hier und hier nachlesen.

Die Zukunft der Anwaltschaft – jetzt auch bei der Rechtsanwaltskammer Celle angekommen!

Es war ungefähr 2010/2011 als ich mit dem Buch „the end of lawyers“ von Richard Susskind in Kontakt gekommen bin. Damals war ich noch in verantwortlicher Position für ein Anwaltsnetzwerk mit über 3000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten tätig. Deren Zukunft betraf mich also – neben meiner eigenen – schon als Teil meiner Aufgabenbeschreibung.

Seither lässt mich das Thema nicht mehr los und ich habe hierzu schon mehrere Vorträge gehalten. Seither wurde aber auch viel schlaues darüber geschrieben und diskutiert. Und selbst der nicht gerade als innovativ verschriene Deutsche Anwaltverein hat immerhin eine Studie „Die Zukunft der Anwaltschaft“ in Auftrag gegeben, die im Jahr 2013 veröffentlicht wurde.

Nichts los hier? Zwischenbilanz und Zukunft des Pabstblogs

Seit Frühsommer 2013 gibt es den Pabstblog. Nach noch nicht einmal einem Jahr ist es eigentlich zu früh für eine Zwischenbilanz. Und trotzdem ist das ein guter Zeitpunkt:

Denn seit fast drei Monaten ist mein Blog verwaist. Um ehrlich zu sein, kann ich überhaupt keine stichhaltige Begründung dafür liefern. Weder habe ich gezielt eine Offline-Zeit genommen, noch hatte ich eine Schreibblockade, noch haben mich meine anderweitigen beruflichen Tätigkeiten vom Schreiben abgehalten. Ich hatte auch keine wirkliche Blog-Sinnkrise (welch großes Wort), sondern eher eine gewisse Unlust, die ich mir nicht erklären kann. Aber ich habe währenddessen über meinen Blog sehr viel nachgedacht.

Barcamp RheinMain 2013 (#bcrm13) – So etwas wie Kirchentag für Nerds

Stellen Sie sich eine Konferenz vor, zu der 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anreisen, für die es aber im Vorfeld kein Programm gibt. Eine Konferenz, bei der dann so viele der Anwesenden einen Vortrag halten möchten, dass hierfür am ersten Tag gar keine Zeit ist. Eine Konferenz, bei der vieles gleichzeitig in mehreren verschiedenen Räumen stattfindet und trotzdem irgendwie alles zusammen ist. Wenn Sie dieses Szenario in Erstaunen versetzt, waren Sie offensichtlich noch nie auf einem Barcamp.

Kanzlei Pabst in Hofheim jetzt mit TÜV-Siegel

Der TÜV-Rheinland hat das QM-System der Kanzlei Pabst zertifiziert.
Der TÜV-Rheinland hat das QM-System der Kanzlei Pabst zertifiziert.

Heute einmal eine Jubelmeldung in eigener Sache: Seit vergangener Woche habe ich es schriftlich mit Brief und Siegel vom TÜV-Rheinland: Das Qualitätsmanagement meiner Kanzlei ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001. Damit gehört die Kanzlei Pabst zu den wenigen Kanzleien in Deutschland, die ihre Büroorganisation von externen Auditoren nach internationalen Standards überprüfen lassen.

In einer Rechtsanwaltskanzlei laufen täglich wiederkehrende Tätigkeiten, sogenannte Prozesse, ab. Beispielsweise der Posteingang und dessen weitere Verarbeitung. Diese internen Abläufe haben wir standardisiert, um Ihnen eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, ohne dabei den individuellen Aspekt Ihres Falles zu vernachlässigen.

Tagungsbericht: Symposium zu einem Frankfurter Streitschlichtungszentrum, Tag 2

Was geschieht wenn sie 100 Menschen nach ihrer Idee für ein Frankfurter Streitschlichtungszentrum befragen? Sie erhalten 100 verschiedene Antworten, die mindestens 50 unterschiedliche – teilweise widersprüchliche  – Ideen beinhalten.

Genau dies ist meine Wahrnehmung vom zweiten Tag des Symposiums zu einem Frankfurter Streitschlichtungszentrum. Vor allem aber habe ich den Eindruck, dass hier sehr viele unterschiedliche Interessen und Interessengruppen beteiligt sind. Diese müssten meiner Meinung nach erst zusammengeführt werden, bevor sich viele der praktischen Fragen lösen lassen.

(Nur?) jeder fünfte Rechtsanwalt hat ein Xing-Profil – Diese Statistik kann erst der Anfang sein

xing

Der Kollege Ralf Zosel hat untersucht, wie viele Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ein Xing-Profil haben.  Nach seiner Berechnung besitzen im Bundesschnitt 18,5% der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ein Xing-Profil. Je nach Bundesland variieren die Zahlen zwischen 9,5% und 25,1%

Hier die Statistik

Statistik-Rechtsanwaelte-XING-ralfzosel.de_

Vielen Dank für diese Mühe!

[Wer sich für die Entstehung dieser Übersicht interessiert, sollte den vollständigen Artikel lesen. Ralf Zosel schildert, dass es gar nicht so einfach war, diese Daten zu bekommen. Das liegt zunächst an der begrenzten Suche von Xing (nur 300 Suchergebnisse pro Suche). Hinzukommt, dass die Anwaltskammern nicht nach Bundesland, sondern innerhalb der Länder teilweise noch nach Bezirken organisiert sind.]

Machs doch größer!

Lesen Sie hier, wie Sie in der Anwaltskanzlei mit geringem Aufwand eine „große“ Veränderung erreichen, die Ihre Auftraggeber Ihnen danken werden – sei es bewusst oder unbewusst.

Der Wow-Effekt an der Zapfsäule

Eine Tankstelle, an der ich mein Auto regelmäßig betanke, wurde kürzlich saniert. Was da genau gemacht wurde, weiß ich nicht, denn ich bin technischer Analphabet. Jedenfalls gab es anschließend auch neue Zapfsäulen. Das würde mich eigentlich nicht weiter interessieren (siehe oben). Aber eine Veränderung ist mir sofort ins Auge gesprungen: Das Display, auf dem die getankte Menge und der Preis angezeigt werden, ist doppelt so groß wie früher. Wow! Ich kann jetzt wirklich sehen, wie viel ich tanke und was mich der Spaß kostet. Und zwar auch dann, wenn ich auf der anderen Seite des Autos stehe! Kleine Ursache große Wirkung.

Kanzleimanagement in der Praxis (Buchbesprechung)

Schieblon KanzleimanagementDie wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre innerhalb der Anwaltschaft – soweit „die Anwaltschaft“ als homogene Gruppe überhaupt existiert – gehören im Bewusstsein der juristischen Öffentlichkeit inzwischen mutmaßlich zum Allgemeingut. Wenige große Kanzleien, die in der Regel einen internationalen Hintergrund haben, erwirtschaften den größten Teil des zu verteilenden Honorarvolumens, wohingegen ca. 95% der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten in Kanzleien mit weniger als zehn Berufsträgern tätig sind und dort mit sinkenden Umsätzen und Erträgen zu kämpfen haben. Die wirtschaftlich erfolgreichen Großkanzleien beschäftigen einen oder mehrere Managing Partner, also Anwältinnen und Anwälte, die sich ausschließlich oder mit einem bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Kanzleimanagement befassen. Ist dies ein Grund ihres wirtschaftlichen Erfolgs? Wenn ja, ist dieser auf andere Kanzleien übertragbar?

Wie ich Mandanten gewinne, indem ich sie wegschicke – oder: warum andere gerne besser sein dürfen!

Ich gebe es freimütig zu: Gelegentlich lehne ich Mandate ab!

Dies ist aber nur der erste Teil meiner Strategie, um die für mich „richtigen“ Mandanten zu bekommen. Es geht auch darum, andere potentielle Mandantinnen und Mandanten glücklich zu machen, obwohl ich ihren Fall nicht annehme. Denn, ich lehne kein Mandat ab, ohne gleichzeitig eine Empfehlung für einen anderen Kollegen oder eine andere Kollegin auszusprechen.

Bin ich wahnsinnig? Habe ich die Grundprinzipien der Betriebswirtschaft und das Einmaleins des Kundenservice nicht verstanden?

Nein, ich habe zwei Dinge verstanden:

  1. Es gibt Dinge, die können Kolleginnen und Kollegen viel besser als ich. Das erkenne ich gerne an.