Schlagwort-Archiv: Anwaltsstrategie

Wo die Reise hingeht – Zur Zukunft der Anwaltschaft

Ich hatte hier ja schon mehrfach auf Richard Susskind hingewiesen, der sich mit der Zukunft der Anwaltschaft befasst. Wer bisher zu faul zum Lesen war, sollte sich diesen aktuellen „talk“ – im Sinne einer launigen Vorlesung – der Harvard Law School gönnen.  Zusammen mit seinem Sohn hat Susskind den Focus mittlerweile etwas erweitert auf „The future of the professions“. Großes Kino, viel Input und alles für umme!

Es gibt keine Sammelklage in Deutschland

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Abgas-Skandal von Volkswagen ist immer wieder in den Medien zu lesen, dass sich Aktionäre zu einer Sammelklage formieren. Das ist Unsinn! Zu den Besonderheiten des Falls VW, die ich übrigens unter www.vw-musterprozess.de bereits dargestellt habe, komme ich gleich. Zunächst aber ein paar Fakten vom Erklärbär:

Weshalb Sie nicht nicht darauf warten sollten, dass das Fremdbesitzverbot für Anwaltskanzleien fällt

In Deutschland besteht ein Fremdbesitzverbot an Anwaltskanzleien. Vereinfacht ausgedrückt, können nur Rechtsanwälte Rechtsanwaltskanzleien besitzen. Und zwar nur solche Rechtsanwälte, die auch in der Kanzlei tätig sind, die sie besitzen. Den Anwälten ist es also nicht möglich, fremde Kapitalgeber am Betrieb ihrer Kanzlei zu beteiligen. Hintergrund ist die Wahrung der anwaltlichen Unabhängigkeit. Weitere Grundlagen und Hintergründe zu diesem Fremdbesitzverbot kann man hier und hier nachlesen.

Post vom Pabst

Darf ich vorstellen: Die neuen Briefumschläge der Kanzlei

Briefumschlaege_Kanzlei_Pabst
Die neuen Briefumschläge der Kanzlei – passend zum Sofa

 

Die Vorgaben an den Grafiker: Das Logo soll sichtbar sein. Die Umschläge sollen auffällig sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Ziel ist es, dass der Empfänger bei der Entgegennahme seines täglichen Poststapels sofort den Umschlag sieht und weiß „Ah, Post vom Pabst“, bevor er irgendetwas lesen muss.  Die Aufmachung der Umschläge muss natürlich trotzdem seriös genug für eine Anwaltskanzlei bleiben.

Ich finde, die Umsetzung ist sehr gelungen.

Anwaltsempfehlung auch künftig durch die Rechtsschutzversicherung

Anmerkungen zur heutigen Entscheidung des Bundesgerichtshofs IV ZR 215/12 – Urteil vom 4. Dezember 2013

Wenn man die Verlautbarungen des Deutschen Anwaltvereins liest, könnte man meinen, es gäbe in Deutschland nur zwei Kategorien von Rechtsanwälten: diejenigen, die mit Rechtsschutzversicherungsgesellschaften in einem Boot sitzen und diejenigen, die das nicht tun. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass rechtsschutzversicherte Menschen kein Recht auf freie Anwaltswahl hätten, sondern von ihrem Versicherer ausschließlich zu Rechtsanwälten der ersten Kategorie getrieben würden. Man könnte meinen, Anwaltsempfehlungen durch Rechtsschutzversicherer seien rechtswidrig.

All diese Annahmen sind falsch. Lesen Sie deshalb nachfolgend die

Barcamp RheinMain 2013 (#bcrm13) – So etwas wie Kirchentag für Nerds

Stellen Sie sich eine Konferenz vor, zu der 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anreisen, für die es aber im Vorfeld kein Programm gibt. Eine Konferenz, bei der dann so viele der Anwesenden einen Vortrag halten möchten, dass hierfür am ersten Tag gar keine Zeit ist. Eine Konferenz, bei der vieles gleichzeitig in mehreren verschiedenen Räumen stattfindet und trotzdem irgendwie alles zusammen ist. Wenn Sie dieses Szenario in Erstaunen versetzt, waren Sie offensichtlich noch nie auf einem Barcamp.

Wem gehören die Internetbewertungen eines Unternehmens?

Achtung update März 2016:  Ergänzendes zu diesem Thema finden Sie hier unter dem Titel „Warum ich Yelp nicht mehr ernst nehmen kann“

 

Stellen Sie sich vor, Sie betreiben das größte Hotel der Stadt. In einem Bewertungsportal finden sich über 90 meist positive Bewertungen zu ihrem Unternehmen. Eines Tages wird das Portal von einer anderen Firma übernommen und auf einmal finden sich dort nur noch 9 Einträge zu ihrem Betrieb. Dabei werden viele negative und wenige positive Bewertungen übernommen.

Es gibt noch anständige Kollegen

Gestern hatte ich eine überraschende Anfrage des mir bis dahin unbekannten Kollegen Schnee-Gronauer  in meinem Posteingang:

 „Ich werde Ende der kommenden Woche im Rahmen der Herbsttagung der AG Kanzleimanagement einen Vortrag für Kollegen halten. Es geht dabei um Risikomanagement für Anwaltskanzleien. Um den Vortrag zu illustrieren, würde ich gerne das unter http://pabstblog.de/2013/07/haben-sie-schon-einen-notfallplan-fur-ihre-anwaltskanzlei/ veröffentlichte Foto verwenden (natürlich mit Quellenangabe).
Sind Sie damit einverstanden?“

 Natürlich bin ich einverstanden! Ist ja Werbung für mich.

Tagungsbericht: Symposium zu einem Frankfurter Streitschlichtungszentrum, Tag 2

Was geschieht wenn sie 100 Menschen nach ihrer Idee für ein Frankfurter Streitschlichtungszentrum befragen? Sie erhalten 100 verschiedene Antworten, die mindestens 50 unterschiedliche – teilweise widersprüchliche  – Ideen beinhalten.

Genau dies ist meine Wahrnehmung vom zweiten Tag des Symposiums zu einem Frankfurter Streitschlichtungszentrum. Vor allem aber habe ich den Eindruck, dass hier sehr viele unterschiedliche Interessen und Interessengruppen beteiligt sind. Diese müssten meiner Meinung nach erst zusammengeführt werden, bevor sich viele der praktischen Fragen lösen lassen.

(Nur?) jeder fünfte Rechtsanwalt hat ein Xing-Profil – Diese Statistik kann erst der Anfang sein

xing

Der Kollege Ralf Zosel hat untersucht, wie viele Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ein Xing-Profil haben.  Nach seiner Berechnung besitzen im Bundesschnitt 18,5% der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ein Xing-Profil. Je nach Bundesland variieren die Zahlen zwischen 9,5% und 25,1%

Hier die Statistik

Statistik-Rechtsanwaelte-XING-ralfzosel.de_

Vielen Dank für diese Mühe!

[Wer sich für die Entstehung dieser Übersicht interessiert, sollte den vollständigen Artikel lesen. Ralf Zosel schildert, dass es gar nicht so einfach war, diese Daten zu bekommen. Das liegt zunächst an der begrenzten Suche von Xing (nur 300 Suchergebnisse pro Suche). Hinzukommt, dass die Anwaltskammern nicht nach Bundesland, sondern innerhalb der Länder teilweise noch nach Bezirken organisiert sind.]