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Machs doch größer!

Lesen Sie hier, wie Sie in der Anwaltskanzlei mit geringem Aufwand eine „große“ Veränderung erreichen, die Ihre Auftraggeber Ihnen danken werden – sei es bewusst oder unbewusst.

Der Wow-Effekt an der Zapfsäule

Eine Tankstelle, an der ich mein Auto regelmäßig betanke, wurde kürzlich saniert. Was da genau gemacht wurde, weiß ich nicht, denn ich bin technischer Analphabet. Jedenfalls gab es anschließend auch neue Zapfsäulen. Das würde mich eigentlich nicht weiter interessieren (siehe oben). Aber eine Veränderung ist mir sofort ins Auge gesprungen: Das Display, auf dem die getankte Menge und der Preis angezeigt werden, ist doppelt so groß wie früher. Wow! Ich kann jetzt wirklich sehen, wie viel ich tanke und was mich der Spaß kostet. Und zwar auch dann, wenn ich auf der anderen Seite des Autos stehe! Kleine Ursache große Wirkung.

Mietmaul oder Selbstdarsteller?

Wieviel Authentizität dürfen Sie von einem Rechtsanwalt erwarten?

Papagei. Bild von Todd Ryborn
Papagei. Bild von Todd Ryborn

Schwieriger Untertitel? Er stammt nicht wirklich von mir, sondern ist Teil einer Blogparade.

Meine Auftraggeberinnen und Auftraggeber bezahlen mich für meine Dienstleistung. Dafür dürfen sie von mir professionelle Arbeit und ein seriöses Auftreten nach außen erwarten. Mein Honorar gäbe ihnen aber nicht das Recht, über mich zu bestimmen. Und wenn sie mir noch so viel zahlten, ich will mich nicht verbiegen (lassen), sondern authentisch bleiben. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet drei mir wichtige Aspekte der Authentizität und ist Teil der Blogparade „Authentizität und Erwartungen in der Dienstleistung – ein Balanceakt?“ von Ina Machold.

Der Pabst macht Urlaub

Kuh with a view - Bild von Falk Lademann
Kuh with a view – Bild von Falk Lademann

Kanzlei aufgeräumt (hüstel), Schreibtisch fast leer (alles eine Frage der Perspektive), Rucksack nahezu gepackt (ok, angefangen hab ich) und am Sonntag gehts los.

Diese Nachricht ist nicht für potentielle Einbrecher bestimmt, sondern soll erklären, dass und weshalb hier in den kommenden beiden Wochen keine neuen Beiträge zu erwarten sind. Kommentare werden auch erst anschließend freigeschaltet.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern weiterhin einen schönen Sommer und bedanke mich für das Interesse und Feedback!

Kanzleimanagement in der Praxis (Buchbesprechung)

Schieblon KanzleimanagementDie wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre innerhalb der Anwaltschaft – soweit „die Anwaltschaft“ als homogene Gruppe überhaupt existiert – gehören im Bewusstsein der juristischen Öffentlichkeit inzwischen mutmaßlich zum Allgemeingut. Wenige große Kanzleien, die in der Regel einen internationalen Hintergrund haben, erwirtschaften den größten Teil des zu verteilenden Honorarvolumens, wohingegen ca. 95% der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten in Kanzleien mit weniger als zehn Berufsträgern tätig sind und dort mit sinkenden Umsätzen und Erträgen zu kämpfen haben. Die wirtschaftlich erfolgreichen Großkanzleien beschäftigen einen oder mehrere Managing Partner, also Anwältinnen und Anwälte, die sich ausschließlich oder mit einem bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Kanzleimanagement befassen. Ist dies ein Grund ihres wirtschaftlichen Erfolgs? Wenn ja, ist dieser auf andere Kanzleien übertragbar?

Wie ich Mandanten gewinne, indem ich sie wegschicke – oder: warum andere gerne besser sein dürfen!

Ich gebe es freimütig zu: Gelegentlich lehne ich Mandate ab!

Dies ist aber nur der erste Teil meiner Strategie, um die für mich „richtigen“ Mandanten zu bekommen. Es geht auch darum, andere potentielle Mandantinnen und Mandanten glücklich zu machen, obwohl ich ihren Fall nicht annehme. Denn, ich lehne kein Mandat ab, ohne gleichzeitig eine Empfehlung für einen anderen Kollegen oder eine andere Kollegin auszusprechen.

Bin ich wahnsinnig? Habe ich die Grundprinzipien der Betriebswirtschaft und das Einmaleins des Kundenservice nicht verstanden?

Nein, ich habe zwei Dinge verstanden:

  1. Es gibt Dinge, die können Kolleginnen und Kollegen viel besser als ich. Das erkenne ich gerne an.

Haben Sie schon einen Notfallplan für Ihre Anwaltskanzlei?

Dieser Beitrag befasst sich mit den existenzbedrohenden Risiken einer Anwaltskanzlei und empfiehlt, sich rechtzeitig dagegen abzusichern. Er richtet sich nicht nur an größere Kanzleien, sondern insbesondere auch an Einzelanwältinnen und Einzelanwälte!

Katastrophen in der Anwaltskanzlei – leider eine wahre Geschichte

Spuren der Verwüstung nach Einbruch in die Anwaltskanzlei
Spuren der Verwüstung nach Einbruch in meine damalige Anwaltskanzlei in Frankfurt

Heute möchte ich Ihnen von einem sehr schwarzen Tag des Jahres 2009 in meiner damaligen Kanzlei berichten. An einem Wochenende wollte ich kurz die Post lesen. Als ich aus dem Aufzug stieg, bot sich mir ein schreckliches Bild: Die Drahtglastür war eingeschlagen, die verschlossenen Bürotüren (T 30 Sicherheitstüren!) aufgebrochen, die ganze Kanzlei verwüstet. Alle Laptops und alle Computer weg. Der Kopierer mutwillig umgeworfen. Alle Schubladen durchwühlt. Akten lagen auf dem Boden zwischen umgestürzten Pflanzenkübeln und umgeworfenen Mülleimern. Es herrschte ein unbeschreibliches Chaos! Wir waren Opfer eines Einbruchs geworden.

Lasst Blumen sprechen – oder: Wie ich den eigenen Maßstäben nicht genügte und trotzdem noch ein gutes Ergebnis erzielte

BlumenstraussIch mag es nicht, wenn andere Leute unpünktlich sind. Noch weniger mag ich es, selbst unpünktlich zu sein. Und was ich wirklich nicht leiden kann, sind Menschen, die einen Termin einfach vergessen!

Genau das ist mir aber in der vergangenen Woche selbst passiert. Peinlich peinlich: Ich hatte einen Verhandlungstermin am Landgericht. Mit dem Mandanten und seiner Gattin, die als Zeugin geladen war, hatte ich mich eine Viertelstunde vor dem Termin verabredet. Wir wollten den Ablauf des Gerichtsverfahrens nochmals durchsprechen, denn er war vor seinem ersten Gerichtsterminetwas nervös.

Gibt es künftig keinen Schadensersatz mehr für vorgerichtliche Anwaltskosten? Nachtigall, ick hör dir trapsen…

BGH
Gebäude des Bundesgerichtshofs By ComQuat (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Urteil des XI. Zivilsenats vom 28.5.2013 – XI ZR 421/10

 

Heute hat der Bundesgerichtshof (BGH) eine Entscheidung veröffentlicht, in der sich – eher beiläufig – Zündstoff für die bisher übliche Praxis der Kostenerstattung verbergen könnte. Wenn meine pessimistische Einschätzung zutrifft, könnte dies zu einem Wandel im Zivilverfahren führen. Nämlich dazu, dass Menschen zukünftig vermehrt ihre Konflikte vor Gericht austragen, ohne zuvor eine außergerichtliche Lösung zu versuchen. Dies widerspräche dem bisherigen Credo des Gesetzgebers „Schlichten statt richten“.