Der letzte Eindruck bleibt!

1und1 kuendigenIch habe heute versucht, meinem alten Internetanbieter zu kündigen. Dass die Möglichkeit zur Kündigung im internen Bereich nicht ganz leicht zu finden ist, ist ja bereits allgemein bekannt. Dass man dort aber gar keine wirksame Kündigung vornehmen kann, war mir neu. Drückt man dort auf „kündigen“, erhält man eine Mitteilung, dass die Kündigung vorgemerkt sei und man doch bitte mal anrufen soll. Angeblich aus Sicherheitsgründen, wobei es mir schleierhaft ist, wie jemand nicht autorisiertes eine Kündigung im internen Bereich auslösen könnte.
 
Und was dann passiert, bestätigt den Eindruck der gesamten Kundenbeziehung bzw. die Richtigkeit der Entscheidung: Telefonauswahlmenü, dreizehn (!) Minuten Warteschleife, dann die Frage, weshalb man denn kündigen wolle. Als ob es die etwas anginge. Und als ob so ein armer Callcentermitarbeiter Lust hätte, sich meinen Frust anzuhören.
 
Im kleinen BGB-Schein glaube ich mal gelernt zu haben, dass eine Kündigung eine einseitige Willenserklärung ist, die dem anderen Teil zugehen muss. Mehr nicht. Da steht nichts von Kündigungsvormerkung, Rückrufbitte oder Begründung der Entscheidung.
 
Nur am Rande sei bemerkt, dass ich mir vor einigen Jahren bereits Gedanken über den letzten Eindruck gemacht habe, den Mandanten von meiner Anwaltskanzlei haben. In der Regel ist die Übersendung der Kostenrechnung das letzte Schriftstück, das sie von mir bekommen. Auch nicht gerade schön. Wir haben deshalb eine nette Karte als Beileger entwickelt, die dem Mandanten hoffentlich ein Lächeln entlockt und ihn im Idealfall dazu bringt, die Kanzlei aktiv weiter zu empfehlen.

5 Gedanken zu „Der letzte Eindruck bleibt!

  1. Tatsächlich habe ich nunmehr mit allen Anbietern bis auf der Telekom inzwischen üble Kündiungserfahrungen gemacht.

    Telekom: Sofort akzeptiert und alles veranlasst.
    Vodafone: Kündigung verzögert und 5 Anrufe erhalten
    1 & 1 : Kündigung zweimal angeblich nicht eingegangen, erst mit Verweis auf Fax Bestätigung akzeptiert. Vorher das gleiche wie oben. Intern nicht „möglich“.

    Zwar hatte ich auch schon Probleme mit der Telekom beim Anschluss. Unterm Strich liegt die Telekom aber weit vorn. Bin jetzt Mobil doppelt da und werde auch mit dem Festnetz dahinwechseln, weil der unangenehme Beigeschmack der Kündigungen mich unwillig hält den zweiten Anschluss weiter über 1&1 zu betreiben.

  2. Ich mach mir bei sowas immer den Spaß abzuwarten, wie denn die interne Regelung umgesetzt wird. Aktuell erhalte ich von der Vodafone beauftragten Infoscore viele nette Hinweise irgendwelche Fantasiegebühren zu bezahlen. Dankenswerterweise haben sie aber inzwischen verstanden, dass ich kein Kunde mehr bin. Den Rest wird wohl das Amtsgericht klären dürfen … und dann war da ja noch ein Urteil des OLG München in dem es der Vodafone bei einer Strafdrohung von 250k untersagt wurde obiges Gebahren an den Tag zu legen … 😀

    1. Ich hab die auch schon mal verklagt, weil sie im privaten Bereich trotz Kündigungsbestätigung des Telefonanschlusses munter monatlich weiter fünf Euro abgebucht haben. Aber ehrlich gesagt verdiene ich mein Geld lieber und lukrativer mit anderen Dingen.

      Für Mandanten hatte ich vor langer Zeit in meiner früheren Kanzlei mal das hier aufgesetzt: http://www.alegos.de/wp-content/uploads/2015/10/Anwalt_Frankfurt_Alegos_Mandanteninfo_Telefonanbieter.pdf

  3. Solang sich die Kunden diesen Schwachfug von den Bet**** von 1&1 gefallen lassen, werden die den Sch*** auch weiterhin betreiben. Lösungsmöglichkeit:
    Die Mail der Kündigungsvormerkung dokumentieren und inkl. Zeugennotiz ablegen – deren Rückrufbitte ignorieren. Und sich nach einigen Monaten auf den Mahnbescheid freuen.

    Habe ich damals so gemacht – die Aktion hat 1&1 einige viele Euros gekostet. Würden das mehr Ex-Kunden so handhaben, würden denen die Lust an solch unlauterem Geschäftsgebaren schnell vergehen.

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