Die Zukunft der Anwaltschaft – jetzt auch bei der Rechtsanwaltskammer Celle angekommen!

Es war ungefähr 2010/2011 als ich mit dem Buch „the end of lawyers“ von Richard Susskind in Kontakt gekommen bin. Damals war ich noch in verantwortlicher Position für ein Anwaltsnetzwerk mit über 3000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten tätig. Deren Zukunft betraf mich also – neben meiner eigenen – schon als Teil meiner Aufgabenbeschreibung.

Seither lässt mich das Thema nicht mehr los und ich habe hierzu schon mehrere Vorträge gehalten. Seither wurde aber auch viel schlaues darüber geschrieben und diskutiert. Und selbst der nicht gerade als innovativ verschriene Deutsche Anwaltverein hat immerhin eine Studie „Die Zukunft der Anwaltschaft“ in Auftrag gegeben, die im Jahr 2013 veröffentlicht wurde.

Zusammengefasst stehen in diesen Büchern und Studien ziemlich viele Grausamkeiten über die nahe und mittelfristige Zukunft „der Anwaltschaft“. Auch wenn es „die Anwaltschaft“ im Sinne einer einheitlichen Masse in Deutschland längst nicht mehr gibt, geht es um die Perspektiven für alle Anwältinnen und Anwälte. Und die sind mehrheitlich nicht gerade rosig. Am mildesten ausgedrückt könnte man zusammenfassen: Es wird nichts bleiben, wie es ist.

Oder auch: Kolleginnen und Kollegen, die bis im Jahr 2014 den Gong noch nicht gehört haben und die meinen, ihre Kanzlei heute und in den nächsten zwanzig Jahren noch genau so führen zu können, wie sie es bisher getan haben, werden von den Entwicklungen und den Mitbewerbern hinweggefegt! Diese Mitbewerber sind nicht nur die Kolleginnen und Kollegen, es sind auch Banken, Versicherer, IT-Firmen usw. Zu viel für diesen Blogpost.

Vor allem aber hatte ich bisher den Eindruck, dass sich unsere Selbstverwaltungen, die Rechtsanwaltskammern (ja, das ist tatsächlich eine Verwaltung, die wir bezahlen und deren Führungskräfte wir wählen könnten, wenn wir nicht so faul wären) bisher überhaupt nicht um dieses Thema kümmern. Dabei wird es sie in der heutigen Form auch nicht mehr geben, wenn es ihre Mitglieder so nicht mehr geben sollte.

Das hat sich offenbar zumindest bei einer der 28 regionalen Kammern geändert: Die Rechtsanwaltskammer Celle hat sich eigene Gedanken zu den Themen der Studie und deren Brisanz für ihre Mitglieder gemacht. Das Ergebnis hat sie unter dem Titel Agenda 2020 veröffentlicht. Dieses Thesenpapier empfehle ich dringend zur Lektüre. Man muss nicht alles für zutreffend halten, was darin steht. Aber erstens ist es keine Kaffesatzleserei, sondern eine begründete Prognose/Fortentwicklung. Und zweitens ist es endlich einmal ein Aufruf zur Diskussion an die eigenen Mitglieder. Diese haben bisher (Stand 13.09.2014) noch nicht gerade üppig von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Mein Dank gilt Markus Hartung, der dieses Thesenpapier über Xing einer breiteren Fachöffentlichkeit empfohlen hat.

4 Gedanken zu „Die Zukunft der Anwaltschaft – jetzt auch bei der Rechtsanwaltskammer Celle angekommen!

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